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Von unliebsamen Zwischenfällen, Zielen und stürmischen Zeitgenossen

Von Heiko Schäfer

Keine nennenswerten Probleme ist das Ziel jedes Veranstalters. Zwar kommt es bisweilen zu kleineren Pannen, die aber den Betriebsablauf kaum stören. Doch es kann auch dicker kommen, wie etwa bei der Buchfinken Rallye Usingen des NAVC (Neuer Automobil und Verkehrs Club) zu dessen Deutschen Amateur Rallyemeisterschaft. Mit knapp 100 Teams hatte die verantwortliche Motorsportgemeinschaft Feldberg ein stattliches Feld, von dem in dieser Saison selbst einige Rallyes des Platzhirschen ADAC nur träumen können. Die ursprünglich geplante Streckenführung musste jedoch kurzfristig geändert werden, weil erst zwei Tage vor dem Start der endgültige Rallyeverlauf von den zuständigen Behörden dem Veranstalter vorlag. Ein Umstand, der allerdings nicht neu ist. Die behördlichen Vorgaben wurden am Freitag vor dem Start in die Tat umgesetzt und ergaben eine Kürzung von neun Kilometern der Bestzeitstrecke. Die geänderte Bühne war vorbereitet, als der Horror für jeden Openair- Veranstalter einsetzte, Regen. Der verwandelte in der zum Samstag das Fahrerlager auf der Wiese am Segelfluggelände im Weilroder Ortsteil Riedelbach teils in eine Schlammpiste. Doch damit nicht genug. Ein Personalproblem bei der Zeitnahme, Ausfall der Lichtschranken und ein Softwareproblem bei der Auswertung sorgten für zeitweisen Stillstand und somit stundenlange Verzögerung, die nicht mehr eingeholt werden konnte. Als wenn dies nicht schon genug wäre, kam ein Notarzteinsatz innerhalb der Rallye hinzu, weil ein Zuschauer Herzprobleme hatte. Als Krönung kamen noch Differenzen mit den Anwohnern dazu, welche den Ablauf nicht einfacher machten. Die geplante Siegerehrung am Abend musste verschoben werden, weil kein Ergebnis vorlag. Mitorganisator Norbert Schneider bilanzierte die Ereignisse so, wie man ihn bei aller Begeisterung für den Rallyesport kennt. Offen und ehrlich. Die Veranstaltergemeinschaft Buchfinken- Rallye habe Fehler gemacht und dafür entschuldige man sich in aller Form. Man wird aus den Fehlern für die Zukunft lernen, zumal die Buchfinken- Rallye in der Vergangenheit nicht negativ ausfiel und auch deren Vorgänger Taunus- Rallye einen guten Ruf hatte. Sportlich ging es aber auch zu und die besten Karten hatten mit dem Team Breiler/Rast im Mitsubishi ein Duo vom Bodensee.

Einen guten Ruf hat auch der Schottenring Classic- GP in Schotten. Am dritten August- Wochenende pilgerten 11 000 Zuschauer in die altehrwürdige Rennstadt zum größten historischen Motorradspektakel in Hessen. Nach reichlich Nässe in den letzten beiden Jahren und zuletzt 12 500 Zuschauern, hofften die Verantwortlichen beim MSC Rund um Schotten auf besseres Wetter als Grundlage. Zumindest am Freitagabend bei der Fahrerparade sollte sich der Wunsch nicht erfüllen. Der geplante Fallschirmabsprung von Ex- Turnass und heutigem Bundestagsabgeordneten Eberhard Gienger musste in letzter Minute abgesagt werden. Die erforderliche sogenannte Wolkenuntergrenze von rund 800 Metern war nicht gegeben und Gienger musste mitsamt Pilot über dem 1, 4 Kilometer langen Stadtkurs abdrehen. Von den ansonsten in Schotten anwesenden Ex- Weltmeistern beschränkte man sich bei der 29. Auflage auf deutsche Champions. Getreu dem Motto, zurück zu den Wurzeln. Ob sich diese Entscheidung auf die Besucherzahlen auswirkte, ist kaum zu beantworten. Am Wetter kann es am Samstag und Sonntag jedenfalls nicht gelegen haben. Bei aller Begeisterung für den Classic- GP- Klassiker. Die Szene und damit die Umstände verändert sich eben. Geblieben ist hingegen der Fahrspaß bei allen Beteiligten. Lediglich ein Unfall mit einem Seitenwagen, der am Samstag acht Zuschauer in der Postkurve verletzte, trübte das ansonsten reibungslose Geschehen ein wenig. Die Plakate zum 30- Jährigen Jubiläum am dritten August- Wochenende 2018 sind jedenfalls schon in limitierter Auflage gedruckt und dürften bereits jetzt schon als eine Rarität mit den vereinten Miniplakaten aller bisherigen 29 Auflagen angesehen werden.

Zumindest vorerst die Zukunft gesichert haben sich Nils Jung aus Pohlheim und sein Lindener Partner Florian Wolf. Die beiden teilten sich anderthalb Jahre einen Toyota GT 86 im gleichnamigen Cup innerhalb der Langstreckenmeisterschaft am Nürburgring. Technische Wehwechen in der ersten Saisonhälfte nervten das Duo jedoch. Gemeinsam mit ihren Mentor Theo Weimer gelang zur Jahreshälfte der Wechsel zu KTM. Die Motorradmarke mit Sitz in Mattighofen/Österreich hat einen Sportwagen namens X- Bow mit eigenem Cup im Programm, der Ähnlichkeiten mit einem italienischen Sportwagen hat. Hier werden mit 370 PS lediglich 1 000 Kilo bewegt. Nach Debütrang zwei für die Mittelhessen von Isert Motorsport traf es sie beim 6- Stunden Ruhr- Pokal Rennen eiskalt und unverhofft. Als Cupführende und innerhalb der Top 30 war der Traum vom ersten Klassensieg nur kurz. Ein Aston Martin- Fahrer traf den Isert- X Bow so heftig am Hinterad, dass die Aufhängung brach und Nils Jung sein Auto angesäuert abstellen musste. Ob der Verursacher übermotiviert war, oder sich schlicht verschätzt hatte, blieb offen Ein Beweis dafür, dass die Rund- und auch Langstrecke alles andere als langweilig ist. Neben Veränderungen am Auto gilt es auch mit äußeren Einflüssen klar zu kommen.

Das gilt auch für heimische Motocross- Fahrer. Die hatten beim Hessencup- Lauf in Aufenau auf hessischem Boden erstmals ein Flutlichtrennen auf dem Programm. Die Idee ist allerdings nicht neu und wurde bereits in Kleinhau bei Aachen praktiziert. Eine nicht repräsentative Umfrage im Aufenauer Fahrerlager stieß bei einigen Fahrern jedoch auf Interesse. Es sei mal etwas anderes, hieß es. Ein neuer Trend wird es wohl nicht werden, aber vielleicht ein Thema für Beuern oder Langgöns in 2018 und ideal für Langschläfer. Ein paar Scheinwerfer installiert, Partyzelt aufgestellt. Das könnte die Grundlage für ein Nachtspektakel sein, auch wenn die Siegerehrung erst nach Mitternacht stattfinden würde.

Die hat Niklas Gränz auf dem obersten Podestplatz fest im und vor dem Visier. Der Hungener gewann die DD 2- Klasse der Rotax Max Challenge im niederbayerischen Ampfing mit zwei Laufsiegen. Der Hattrick blieb ihm wegen nachlassender Motorleistung verwehrt. Vor dem Finale Mitte Oktober in Kerpen liegt Gränz mit 218 Punkten zwei Zähler knapp vor dem Dänen Martin Henckel Mortensen. Ein Vorteil, der ihm zu seinem selbstgesteckten Ziel zum Titel in der DD2- Klasse verhelfen könnte.

Ein weiterer Siegerkranz könnte ebenfalls in heimische Gefilde gehen. Marin Otterbach und Florian Bodin aus Niederfischbach und Heuchelheim mussten ihre Führung im BMW 318ti Cup im niederländischen Assen zwar abgeben, wollen aber drei Rennen vor Schluss Revanche. Für Otterbach wäre es der zweite Titel in Folge und Bodin könnte sich nach seinem ersten Erfolg als Deutscher Slalom Meister 2014 mit einem zweiten Championat in einer weiteren Disziplin krönen. Die Finals im Herbst versprechen also neben Spannung.

Ein letzter Höhepunkt aus heimischer Sicht sind die Classic Days am 23. und 24. September anlässlich der 1200 Jahr- Feier des Wölfersheimer Stadtteils Berstadt. Organisator Johannes Hensel hat seine Eintagesveranstaltung mit historischen (Motorsport)- Fahrzeugen in der Vergangenheit auf seinem Grundstück in Wölfersheim durchgeführt. Erstmals werden die Classic Days auf zwei Tage ausgeweitet und sind nun Bestandteil des Jubiläums am Samstag von 13 bis 17 Uhr und Sonntag von 9. 30 Uhr bis 17 Uhr. Neben fachkundiger Moderation, Expertentreff und Einsteigertipps gibt es auch Demonstrationsfahrten im Berstädter Gewerbegebiet am Samstag von 10. 30 Uhr bis 11. 30 Uhr und Sonntag von 14. 30 bis 15. 30 Uhr. Zusammen mit der Bundestagswahl am 24. September wird den Besuchern ein Sonntag ohne Langeweile geboten.