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Kässer holt Titel - Göttig den Sieg

Mit ein wenig Glück gewinnt Stefan Göttig zum vierten Mal die Rallye Hessisches Bergland. Und auch Tom Kässer und Stephan Schneeweiß stehen mit Fortuna im Bunde, als sie im Ziel den Sieg im DMSB Rallye Cup feiern können.

Der DRC-Endlauf präsentiert sich mit einer kurzen Etappe am Freitagabend über zwei Wertungsprüfungen und eine Samstagetappe mit acht WPs. Der Auftakt geht schief. Der superschnelle Schlussteil der WP 1 bei Großropperhausen liegt im dichten Nebel. Stefan Göttig und Natalie Solbach-Schmidt bremsen die Schikane zu spät an und räumen sie mit dem Skoda Fabia R5 ab.

Aus Sicherheitsgründen – speziell für die Streckenposten an der Schikane – erfolgt der Abbruch, für den zweiten Durchgang wird das Ziel um 3 km vorverlegt. Mitfavorit Dennis Rostek hat seinen VW Polo R5 bereits mit technischen Problemen nach der WP 1 abgestellt. Thomas Lorenz und Tim Rauber (Skoda Fabia Super 2000) setzen die einzige Bestzeit des Freitags mit 5 Sekunden Vorsprung auf Göttig und 6 Sekunden auf Oliver Bliss und Fabian Peter im Mitsubishi Evo 6.

Am Samstagvormittag absolvieren die Fahrer je zwei Durchgänge auf dem Asphalt-Rundkurs Malsfeld und dem Rundkurs Rhünda, der im Steinbruch rund 30% auf gut fahrbarem Schotter bietet. In Malsfeld glänzen Konstantin Keil und Steffi Fritzensmeier im Citroen DS3 mit der Bestzeit, rutschen aber im Auslauf der Rhünda-WP 4 in den Graben. Lorenz beginnt den Samstag mit seiner zweiten Bestzeit und behauptet die Führung auch nach Rhünda.

Das Blatt wendet sich, als Lorenz beim zweiten Malsfeld-Rundkurs für einen Schikanenfehler 10 Strafsekunden bekommt und in Rhünda fast 10 Sekunden gegen Göttig einbüßt. In der Mittagspause führt Göttig mit 6 Sekunden vor dem stark fahrenden Bliss und 15 Sekunden vor Lorenz, der aber nicht aufgibt und mit drei Bestzeiten auf den früheren Alheimer-WPs Schwarzer Stock und Solz kontert. Dadurch kommt Lorenz bis auf eine Sekunde an Göttig heran.

Doch Göttig durchfährt den Sprint von Solz nach Iba um fünf Zehntel schneller und gewinnt mit Natalie Solbach-Schmidt die Rallye Hessisches Bergland. Thomas Lorenz und Tim Rauber kassieren an der letzten Schikane eine zweite Strafe, womit sich ihr Rückstand von 1,8 auf 11,8 Sekunden vergrößert, Rang 2 bleibt jedoch ungefährdet. Der andere Super 2000, der Peugeot 207 von Nico Leschhorn und Jara Hain, fährt vom Start bis ins Ziel auf Rang 4.

Den dritten Platz auf dem Podium erringen Oliver Bliss und Fabian Peter, zugleich den Klassensieg NC1. Doch weil lediglich drei NC1-Mitsubishi starten – Michael Bieg wird 6., Max Beckmann fällt aus – sorgt die Cup-Arithmetik dafür, dass Bliss trotz Sieg im DMSB Rallye Cup von Platz 1 und Platz 2 zurückfällt. Ebendiese Cup-Arithmetik – in diesem Fall das Fossil der halbierten Punkte - hat zuvor schon René Noller um alle Chancen gebracht. Der 19-Jährige antwortet darauf optimal: Mit Lisa Kiefer auf den heißen Sitz jagt er den Rally4-Corsa bei schmuddeligem Herbstwetter so flott über die nordhessischen Landstraßen, dass er im Ziel als Fünfter und bester Pilot ohne Allradantrieb ankommt.

In der „Königsklasse“ NC3 mit 20 Startern entscheidet sich der DMSB Rallye Cup. Die Favoriten Tom Kässer und Stephan Schneeweiß (Honda Civic R) starten gut; allerdings liefert ihnen der einheimische Markenkollege Maurice Naumann von Beginn an einen Rad-an-Rad-Kampf. Als Kässer im zweiten Rhünda-Rundkurs aneckt, fällt er hinter Naumann und die beiden BMW-Piloten Bernard Moufang und Hans Limpert auf Platz 4 zurück.

Der Titel droht Kässer zu entgleiten, zumal ihn leichte Schäden am Honda einbremsen. Doch der Schwabe kämpft, und als kurz vor Schluss Naumann (Antriebswelle) und Moufang (Technik) ausfallen, reicht der zweite Platz für Tom Kässer und Stephan Schneeweiß zum Titelgewinn. Der Tagessieg geht an Hans und Max Limpert im BMW 320is, die eine durchwachsene Saison erfolgreich beenden.

Die 1600-cm³-Klasse sieht einen Erfolg von Christopher Berghahn und Sarah-Marlen Storch, die ihren leichten Opel Corsa A blitzsauber über die oftmals rutschigen Straßen steuern. Mike Melzer und Linus Noll im PS-stärkeren, aber schwereren Suzuki Swift müssen mit Platz 2 vorlieb nehmen. In den großen Gruppe-G-Klassen setzen sich Fred Teschner und Sara Phieler im AMG-Mercedes A35 sowie John Semmelhaack und Christian Möck im Audi S3 durch.

Die kleine Klasse NC8 erlebt einen spannenden Dreikampf zwischen dem HJS-Junior-Spitzenreiter Michel Mathes (Golf) und den beiden Nordhessen Philipp Heinmüller (Astra) und Philip Schwarz (Mitsubishi Colt), die die Prüfungen innerhalb von nur 13 Sekunden durchfahren. Philipp Heinmüller und Lukas Müller haben im Ziel die Astra-Nase vorn. Doch Platz 2 reicht für den 27-jährigen Hammelburger und seinen gleichaltrigen Co Julius Emmert zum Gewinn der HJS-DRC-Junior-Wertung. Die nächsten Ziele von Michael Mathes: „Unser Sieger-Golf steht zum Verkauf. Nächstes Jahr wollen wir mit ein paar PS mehr unterwegs sein.“

Von den 61 gestarteten Teams erreichen 43 das Ziel auf dem historischen Marktplatz von Melsungen, nach einem unfallfreien und pünktlichen Verlauf. Zwei Stunden später rollen noch 44 von 50 Retro-Teams durch den Torbogen vor dem Rathaus. Die Retro-Rallye Hessisches Bergland führt über die acht Samstagprüfungen und sieht prominente Teams auf dem Podium: Rainer Schlesinger und Marina Hoos (BMW 2002 ti, Baujahr 1969) gewinnen vor Meike Peters und Hans Röhrs (VW Golf II, Bj. 1987) sowie Gerd Michalowski und Jens Voigt (Lancia Delta Integrale, Bj. 1988).

Quelle: https://www.rallye-magazin.de/nat/artikel/kaesser-holt-titel-goettig-den-sieg-47548/