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Marc Bach gewinnt Havelland und Schotter-Cup

Spiel, Satz und Sieg – mit Platz 1 in der Klasse, Platz 1 in der Allrad-Wertung und dem Gesamtsieg bei der Havelland-Rallye holt sich Marc Bach den Titel im HD-Schotter-Cup vor dem Titelverteidiger Jan Schneider, der seinerseits im DMSB Schotter Rallye Cup die Nase vorn hat.

Der späte Termin führt leider dazu, dass trotz 68 Nennungen schließlich nur 56 Fahrzeuge durch den Startbogen rollen – eine Folge der Materialschlacht in der Lausitz zwei Wochen zuvor. Ansonsten präsentiert sich die 49. ADAC/PRS-Havelland-Rallye von der besten Seite. Die sieben Prüfungen (vier verschiedene) fordern die Fahrer in hohem Maße. Der neue Rundkurs am Stadtrand von Beelitz ist ein idealer Auftakt für Aktive und Zuschauer, der 9-km-Sprint bei Brück bietet einen ständigen Wechsel von High-Speed-Betonplattenwegen und kurvenreichen Naturwegen - „twisty and technical“ -, wie man sie im Flachland nicht erwartet.

Höhepunkt ist die Nacht-WP 5+7, die mit einem winkligen Rundkurs im 150-Seelen-Dorf Alt-Bork beginnt, wo Bürgermeisterin und Feuerwehr für ein Rallye-Volksfest mit Bratwurst, Kuchen, Flutlicht und Live-Reportage sorgen. Und dann folgt das Schotterfestival auf den breiten und schnellen Windrad-Zufahrten, unterbrochen durch Deutschlands kurvenreichsten Plattenweg. Besonders schwierig ist die Fahrbahn-Oberfläche: Beim Besichtigen am Morgen bei -6° hart gefroren, bei Sonnenschein ab Mittag jedoch mit auftauendem Matsch sehr schmierig und am Abend bei Bodenfrost stellenweise sauglatt. Ein ideales Rallyezentrum und eine pünktliche (!) Siegerehrung im Saal mit „richtigem“ Essen runden die Havelland-Rallye positiv ab. 

Start-Ziel-Sieg für Bach

Marc Bach kommt zwar nur als Vierter in der Schotter-Cup-Wertung nach Beelitz; weil er aber erst vier Läufe bestritten hat, kann der 37-jährige Mitsubishi-Pilot aus Ziltendorf, direkt an der polnischen Grenze, noch volle Punkte einfahren, während die anderen Top-Teams mit Streichresultaten kalkulieren müssen. Bach und sein Copilot Norman Jakobs können als einzige den Tabellenführer Jan Schneider überflügeln, doch dazu ist der Gesamtsieg erforderlich. Und diese Aufgabe löst Bach souverän: Im Lancer Evo 9 fährt er einen Start-Ziel-Sieg mit mehr als einer Minute Vorsprung heraus, wobei er sechs Bestzeiten verbucht.

Nur auf WP 3 bei Brück schnappt ihm der erst 21-jährige Clemens Richter eine Bestzeit weg. Der Sohn von Dirk Richter zeigt bei seiner ersten Schotter-Rallye viel Talent und liegt auf Rang 2, bis er den Evo 6 auf WP 5 abrollt – genau wie Sven Senglaub, der Havelland-Sieger von 2016, seinen Evo 8 in WP 2. So werden die Finnen Petri Reinikainen und Timo Hallia für die 2000 km lange Anreise mit Platz 2 belohnt, die Brandenburger Fast-Lokalmatadoren Robby Fechner und Florian Pitzk erreichen im Evo 10 den dritten Platz auf dem Podium. Auf der letzten Prüfung haben die Routiniers Rolf Petersen und Jürgen Krabbenhöft Rang 4 im Visier, als der Motor ihres Evo 7 explodiert und ihnen den achten Ausfall der Saison beschert.

Dramatik in der 2-Liter-Klasse

Einmal mehr herrscht in der 2-Liter-Klasse Hochspannung. Mit Bernd Knüpfer, Rigo Sonntag, Christian Bauer und Stephan Dammaschke sind vier superschnelle Fahrer am Start, die Jan Schneider im relativ PS-schwachen BMW 318 Compact den Kampf um den Schotter-Titel erschweren. Allerdings lichtet sich das Favoriten-Feld bald: An Knüpfers Astra schert schon nach wenigen Metern eine Antriebswelle ab, Clio-Pilot Christian Bauer kracht nach Bestzeit auf WP 1 mit dem Heck voran auf WP 2 in einen Baum, Sonntag überschlägt sich mit dem Honda in WP 4. Somit fährt Stephan Dammaschke mit Co David Katins im Clio Ragnotti zu einem überlegenen Sieg in der Klasse NC3, wird zugleich als Vierter bester Fahrer ohne Allradantrieb.

Jan und Marc Schneider ecken zweimal an den hart gefrorenen Strohballen an und verlieren dabei die entscheidenden Sekunden im Kampf um den Schotter-Cup-Titel. In der Klasse NC3 verpassen sie Rang 2 hauchdünn gegen den Golf von Torsten Brunke und Normen Standke, die rund um Beelitz eine unerwartet starke Leistung zeigen. In der Hecktriebler-Wertung muss Schneider mit Platz 2 hinter Norbert Meyer und Stefen Schrön vorlieb nehmen, die im BMW M3 die 3-Liter-Klasse NC2 gewinnen nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Sven Schumann und Torsten Hopfer im Audi 90 Quattro, die wegen einer Runde zu wenig in Alt-Bork allerdings weit zurück fallen, so dass ihre Markenkollegen Max Irmer und Mike Schütte auf Rang 2 in der Klasse vorrücken.

Große Leistung bei den „Kleinen“

Fabian Schulze hat schon bei der Lausitz-Rallye einen hervorragenden Speed gezeigt, bis das Getriebe seines Suzuki streikt. Bei der Havelland-Rallye wiederholt der 25-jährige Thüringer diese Leistung und fährt mit seinem erfahrenen Co Jean Ihlefeldt im 1600-cm³-Swift sensationell auf Gesamtrang 5. Damit gewinnt er die Klasse NC4, holt den Pokal für den besten Junior (in seinem letzten Rallye als Junior) und gewinnt auch die Junioren-Wertung im DMSB-Schotter-Cup. Andreas Schramm und Sindy Schneider werden im Polo Zweite und unterstreichen mit Gesamtrang 10, dass sie auch auf Schotter zur Spitze zählen. Platz 4 nach einem Reparatur-Stopp reicht Uwe Joachim und Daniel Rosenmüller zum Gewinn der ADMV-Meisterschaft – mehr darüber morgen hier.

Auf Gesamtrang 11 erreichen Thomas und Tanja Leonhardt im Audi B5 Quattro das Ziel als bestes Gruppe-G-Team; das Berliner Ehepaar siegt in der Klasse NC8 und sichert sich zwei regionale Titel. Patrick Buys und Ronny Hayn fahren im Seat Ibiza auf Klassenrang 2 und werden Fünfte im Schotter-Cup knapp hinter Alois Scheidhammer und August Regner, die den Serien-Nissan 350Z mit defektem Differenzial in WP 5 abstellen müssen. Die Klassen NC5 und NC9 werden bei der Havelland-Rallye voll! Alex und Cornelia Klemm gewinnen im Fiat Panda die 1400-cm³-Klasse, Markus Paul und Axel Retzlaff holen mit einem Golf die Pokale in der PS-schwächsten Gruppe-G-Klasse.

Drei Titel für die Schneider-Brüder

Auch wenn Jan Schneider der knapp entgangenen Titelverteidigung im HD-Schotter-Cup nachtrauert, herrscht Siegerstimmung im Taunusdorf Riedelbach. Jan Schneider und sein jüngerer Bruder Marc gewinnen den DMSB Schotter Rallye Cup vor Marc Bach. Marcs Zwillingsbruder Lars Schneider erreicht Platz 2 in der DMSB-Junior-Wertung und sichert sich beide Nachwuchs-Siege im HD-Schotter-Cup. In der Junior-Wertung siegt er dank der Bonus-Punkte vor Fabian Schulze und dem erst 20-jährigen 318-Piloten Arwed Jungnickel. Auch bei den Einsteigern liegt er vorn vor David Bauer, der im Havelland 2 km vor dem Ziel mit Hinterachsschaden am 318 Compact ausfällt, und Arwed Jungnickel, der auf den Finallauf zugunsten seines Bruders Aaron verzichtet hat.

Quelle: https://www.rallye-magazin.de/nat/artikel/marc-bach-gewinnt-havelland-und-schotter-cup-49338/